Chancen und Herausforderungen für deutsche Versandhändler

Firmengründung in der Schweiz für deutsche VersandhändlerDie Schweiz ruft mit ihrem attraktiven Markt

Die Firmengründung in der Schweiz bietet für deutsche Versandhändler die Aussicht auf einen attraktiven Markt. Im Vorfeld gilt es neben betriebswirtschaftlichen Überlegungen auch einige bürokratische Aspekte zu berücksichtigen. Ebenfalls sind steuerrechtliche Faktoren sowie notwendige Versicherungen zu beachten.

 

Firma gründen in der Schweiz ohne Wohnsitz: Voraussetzungen

Die Voraussetzung für die Firmengründung in der Schweiz als Deutscher ist grundsätzlich durch die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung erfüllt. Sämtliche Bürger der EU sowie der EFTA (Europäische Freihandels-Assoziation) verfügen über einen Rechtsanspruch auf eine Zulassung zum Arbeitsmarkt. Hierbei regeln die verschiedenen Kantone der Schweiz Genaueres zu den Aufenthaltsbestimmungen. Zuständig für die Aufenthaltsbewilligung ist das Amt für Wirtschaft und Arbeit. Das Amt für Ausländerfragen überprüft die Aufenthaltsbewilligung anschließend und stellt sie aus.

 

Reglementierte Berufe

Bestimmte Branchen und Berufszweige unterliegen bestimmten Reglementierungen. Einige Branchen reglementiert der Bund. Dazu zählen pädagogische und soziale Berufe ebenso wie Berufe aus der Gesundheitsbranche.

Andere Berufszweige reglementieren die Kantone. Dazu zählen unter anderem die Branchen Verkehr, Architektur sowie juristische Berufe. Für diese und andere Bereiche sind spezielle Bewilligungen erforderlich.

 

Kostenpositionen der Firmengründung

Die Gesamtkosten eines Gründungsvorhabens in der Schweiz sind von vielen Faktoren abhängig. Sie reichen je nach Rechtsform vom Startkapital bis zu den Lohnnebenkosten. Zunächst ist der Kapitalbedarf der Unternehmens-Rechtsform zu berücksichtigen. Eine GmbH benötigt in der Schweiz beispielsweise 20.000 Schweizer Franken an Startkapital. Für eine AG-Gründung ist ein Startkapital von mindestens 100.000 Schweizer Franken erforderlich. Hierbei sind mindestens 20 Prozent vom vorgesehenen Aktienkapital einzubezahlen. Für Einzelunternehmen und andere einfache Gesellschaften ist kein Startkapital vorgesehen.

Weiterhin gilt es, die Kosten des administrativen Aufwands zu berücksichtigen. Diese sind in der Schweiz relativ gering und reichen von etwa 1.000 Schweizer Franken bei einer Einzelfirma, über 2.000 bis 8.000 Schweizer Franken für die GmbH bis über 15.000 für eine AG.

Hinsichtlich der Kosten einer Firmengründung in der Schweiz sind weiterhin diverse einmalige und fortlaufende Investitionen zu berücksichtigen. Dazu gehören die Kosten der Produktentwicklung und der Geschäftsausstattung. Auch Lagerung, der Logistik schlagen mit eigenen Kosten zu Buche. Ein weiterer wichtiger Kostenpunkt ist das Marketing, da gerade Gründer erst auf sich aufmerksam machen müssen.

Zur Ermittlung der Anfangs-Kosten der GmbH-Gründung oder einer anderen Rechtsform sollten Kostenpositionen wie Sozialabgaben, Materialkosten sowie gegebenenfalls die Lohnnebenkosten Berücksichtigung finden. Das Anfangskapital sollte richtlinienhalber zu etwa 30 bis 50 Prozent aus Eigenkapital bestehen (dazu gehören bei einer AG auch die Darlehen der Aktionäre). Die übrigen Mittel lassen sich aus Fremdkapital aufnehmen, beispielsweise in Form von Bankdarlehen oder von Investoren und Kapitalgebern.

 

Firmengründungen in der Schweiz und die Rechtsformen

Für eine Schweizer Niederlassung kommen mehrere Rechtsformen in Frage. Verbreitet sind insbesondere die Aktiengesellschaft (AG), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Personengesellschaft. Personengesellschaften lassen sich wiederum unterscheiden in Kollektivgesellschaften (KIG), Kommanditgesellschaften (KmG) und die Einzelfirma.

 

Aktiengesellschaft

Handelt es sich um eine AG, so muss ein Direktor mit Einzelunterschrift oder ein Verwaltungsrat wohnhaft in der Schweiz sein. Die Gründung einer AG sieht ein Aktien-Kapital vor, das mindestens 100.000 Schweizer Franken beträgt.

Weiterhin muss bei einer Aktiengesellschaft die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungsrats ihren Wohnsitz in der Schweiz haben sowie ein Schweizer Bürgerrecht oder das eines Staats der EU oder EFTA besitzen. Die Vorteile der AG-Gründung liegen in der Anonymität der Investoren, der beschränkten Haftung und in den einfach zu übertragenden Firmenanteilen.

 

GmbH

Bei einer GmbH-Gründung in der Schweiz ist vorgesehen, dass ein Geschäftsführer mit Einzelunterschrift oder aber zwei Geschäftsführer mit Kollektivunterschrift dort wohnhaft sind.

Zu den Kosten einer GmbH-Gründung gehört ein bestimmtes Startkapital. Für die GmbH ist weiterhin ein Startkapital von 20.000 Schweizer Franken oder mehr vorgesehen. Damit liegt der Vorteil der GmbH im verhältnismäßig geringen Grundkapital bei gleichzeitig beschränkter Haftung. Weiterhin ist nur ein Gründer notwendig. Grundsätzlich ist die Nationalität des Gründers nicht relevant.

Erst wenn die Organe einer Kapitalgesellschaft besetzt werden, gelten bestimmte Vorschriften. Für Ausländer ist eine beliebige, gültige Bewilligung für die Niederlassung in der Schweiz erforderlich. Auch Partnerschaften sind möglich.

 

Personengesellschaften

Eine Firma zu gründen, ist in der Schweiz ohne Wohnsitz möglich, wenn es sich um eine Personengesellschaft handelt. Wer eine Personengesellschaft betreibt, braucht anders als bei der AG und der GmbH kein haftendes Kapitalvermögen.

Sobald alle Klärungen im Vorfeld über Rechtsform, Firmenstruktur sowie Gründungskapital beziehungsweise Kapitalisierung getroffen wurden, ist eine Firmengründung in der Schweiz innerhalb von etwa 2 bis 3 Wochen möglich.

 

Gewerbe anmelden in der Schweiz als Deutscher

Ein Gewerbe anmelden ist in der Schweiz als Deutscher bei der Ausgleichskasse möglich. Hier müssen sich Firmengründer registrieren. Weiterhin füllen Gründer hier einen Fragebogen für Selbstständige aus, in dem sie verschiedene Angaben zum Gründungsvorhaben machen.

Ebenfalls ist eine Anmeldung beim Handelsregisteramt erforderlich. Sowohl für Gründer aus dem Inland als auch aus dem Ausland sind diese beiden Anmeldungen verpflichtend.

 

Notwendige Versicherungen

Das Schweizer Gesetz sieht einige verpflichtende Versicherungen für Unternehmensgründer vor. Diese gelten auch für ausländische Unternehmer. Welche Versicherungen obligatorisch sind, hängt unter anderem von der Rechtsform und der Branche ab.

Grundsätzlich gilt, dass Gründer von Personengesellschaften aus Perspektive der Sozialversicherungen als Selbstständige gelten. Damit sind sie für ihre Vorsorge weitgehend selbst verantwortlich.

Für Inhaber von Kapitalgesellschaften gilt, dass Unternehmer ihre eigenen Angestellten sind. Damit sind sie für Sozialversicherungen unselbstständig erwerbend, womit die meisten Versicherungen obligatorisch sind. Zu den wichtigsten Versicherungen gehören Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Alters- und Hinterbliebenenversicherung, berufliche Vorsorge sowie Krankenversicherung.

 

Steuern in der Schweiz

Firmengründung in der Schweiz: Die SteuernDie Steuern sind für Unternehmen in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger

Bei der steuerlichen Behandlung eines Unternehmens oder einer Privatperson sind in der Schweiz drei Ebenen zu berücksichtigen: Bund, Kanton und Gemeinde. Die Steuerbelastung ist für Unternehmen in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger.

 

Kapitalgesellschaften

Für Kapitalgesellschaften ist die Entrichtung von Gewinnsteuer und Mehrwertsteuer vorgesehen. Auf Bundes- und kantonaler Ebene beträgt die Gewinnsteuer insgesamt etwa 10 bis 11 Prozent auf den erwirtschafteten Reingewinn. Ausschlaggebend ist der Ort der Wertschöpfung, das heißt der Firmensitz. Die bundeseinheitliche Steuer liegt bei 8,5 Prozent des Gewinns. Kantonale Gewinnsteuern können zwischen ein- und zweistelligen Prozentzahlen variieren. Auch kommunale Gewinnsteuern fallen sehr verschiedenartig aus.

 

Personengesellschaften und Einzelunternehmen

Grundsätzlich sind Personengesellschaften mit Schweizer Büro ausgenommen von der Gewinnsteuer. Einzelunternehmen stellen keine juristischen Personen dar und unterscheiden sich in diesem Punkt von Kapitalgesellschaften.

Privates und geschäftliches Einkommen werden bei Einzelunternehmen nicht separat sondern gemeinsam versteuert. Kantone und Gemeinden (der Bund nicht) erheben eine Vermögenssteuer auf das Reinvermögen bei Einzelunternehmen. Mehrwertsteuern gelten für alle Unternehmensformen in der Schweiz.

 

Fiskalvertreter in der Schweiz

Ein Fiskalvertreter oder Mehrwertsteuervertreter übernimmt im Auftrag ausländischer Wirtschaftsbeteiligter die umsatzsteuerrechtlichen Verpflichtungen gegenüber den Schweizer Behörden. Wer als deutscher Gründer in der Schweiz Umsätze erzielt, ist in der Regel zur Umsatzsteuer verpflichtet. Der Fiskalvertreter beantragt die Schweizer Mehrwertsteuer-Nummer und erstellt die Umsatzsteuer-Abrechnungen für die Schweiz.

 

Die Schweiz lohnt sich

Wer als deutscher Versandhändler eine Schweizer Niederlassung oder ein Schweizer Büro plant, kann mit lukrativen Verdienstmöglichkeiten rechnen. Für eine Firmengründung bieten einige Schweizer Standorte attraktive Bedingungen. Eine durchdachte Geschäftsidee, eine genaue Kenntnis des jeweiligen Standorts und eine umfassende vorherige Planung sind Voraussetzungen für den Erfolg als ausländischer Versandhändler in der Schweiz. Die bürokratischen Hürden der Unternehmensgründung sind grundsätzlich überschaubar, doch gilt es einige Punkte und Kosten zu berücksichtigen.

 

Die kostengünstige Lösung anstelle einer eigenen Schweizer Firmengründung

Die einfache und kostengünstige Lösung für den Schweizer Markteintritt: Das Swiss Service Center für deutsche KMU Betriebe

Sparen Sie sich die Kosten für eine eigenständige Niederlassung oder Fiskalvertretung  in der Schweiz und gründen Sie stattdessen eine eigene kostengünstige Betriebsstätte in der deutschen Exklave Büsingen (deutsches Hoheitsgebiet aber Zoll- und Wirtschaftsgebiet Schweiz).
Firmengründung in der Schweiz. Ihre eigene Niederlassung mit dem Swiss Service Center
Ihre eigene Schweizer Niederlassung mit dem Swiss Service Center für deutsche Händler

Ihre Vorteile:

  • Zu den Kosten einer Fiskalvertretung erhalten Sie eine Schweizer Büroadresse: CH-8238 Büsingen
  • Treten Sie als Schweizer Firma auf – „Schweizer kaufen gerne bei Schweizern“ – und profitieren Sie von der hohen Kaufkraft
  • Mit einer Betriebsstätte in Büsingen erhalten Sie automatisch eine Schweizer Mehrwertsteuernummer – und das ohne Hinterlegung einer Kaution!
  • Verzollungen können Sie neu über Ihren Hauptbetrieb und Ihrer neuen Betriebsstätte in Büsingen mit einer Proforma-Rechnung machen und Ihre Schweizer Kunden mit einer Schweizer Adresse bedienen
  • Sie benötigen keine zweite Buchhaltung und können die Schweizer Umsätze mit 7,7% MwSt. und die Einfuhrumsatzsteuer für Wareneinfuhren als Vorsteuer in Ihrer Finanzbuchhaltung verbuchen

 

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns einfach für ein erstes und kostenfreies Beratungsgespräch an 07734 / 935 748. Günther Karl Schäfer, Unternehmer und Verleger mit Sitz in Büsingen und Gründer des Swiss-Service-Center, ein Beratungsunternehmen für deutsche KMU-Betriebe.

 

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